Mitteldeutsche Zeitung 17. Oktober 2001 | 20:18 Uhr

Bierdeckel-Sammler: Schätze aus Pappe füllen sieben Kartons

Halle/Saale (MZ). Stefan Ziegler setzt auf Deckel – genauer gesagt auf Bierdeckel. Im Moment verstaut der Schüler 1985 Untersetzer in sieben Kartons und zwei Schubladen. Tendenz steigend! „Mein Interesse gilt natürlich den Bierdeckeln, und nicht dem, was darauf abgestellt wird“, so der Hallenser mit einem Augenzwinkern.

Die Sammelleidenschaft des 19-Jährigen wird 1992 bei einem Ausflug in den Schwarzwald entfacht. Von hier nimmt er den ersten Bierdeckel mit nach Hause – „Salvator“ steht darauf geschrieben. Zu der schlichten Ausführung aus Pappe haben sich in den letzten Jahren die verschiedensten Untersetzer hinzugesellt. Besonders stolz ist Stefan auf einen blauen Deckel, der sich bei näherem Betrachten als Landkarte Australiens herausstellt. Andere Objekte präsentieren sich in Form eines Apfels, T-Shirts oder Zeppelins. Die Sammlung besticht jedoch nicht nur mit ungewöhnlichen Formen, sondern auch mit witzigen Motiven und verschiedenen Materialien. Ein Krokodil, ein Herzbube, eine Eistüte oder Comic-Figuren werben auf Pappe, Kork, Leder und Gummi. Familienmitglieder und Freunde unterstützen den Deckel-Fan auf seiner Jagd nach neuen Exemplaren. „Viele bringen mir aus dem Urlaub einen Untersetzer mit“, so Stefan. Auf diese Weise sind ihm schon Deckel aus Kanada, den USA, Portugal, Rußland und Japan in die Finger gekommen. Auf einer Sprachreise in Großbritannien gelang es ihm, gleich eine ganze Bierdeckel-Serie zu erwerben.

Um an neues Material zu gelangen besucht Stefan gelegentlich so genannte Bierbörsen. „In Berlin bin ich mal durch Zufall an den Nachlass eines Sammlers geraten“, erinnert sich der Schüler. Für 20 Mark gab es eine gut gefüllte Deckel-Tüte. Klar, manche habe er auch doppelt und dreifach, doch bei Tauschaktionen müsse man schließlich etwas anbieten können.

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