Berliner-Kindl-Schultheiss-Brauerei (Deutschland)

Der Apotheker August Heinrich Prell († 1863) gründete 1842 in der Neuen Jakobstraße in Berlin eine Brauerei, die nach seinem Tod von Jobst Schultheiss (1802–1865) übernommen wurde und 1864 von dem Kaufmann Adolf Roesicke (1817–1886) erworben wurde. 1871 wurde die Brauerei zu einer Aktiengesellschaft umgewandelt. Die Brauerei fusionierte 1891 mit der Kreuzberger Tivoli-Brauerei. Die neue Gesellschaft firmierte weiterhin unter Schultheiss. Die Familie Roesicke erwarb 1877 die Waldschlösschen-Brauerei in Dessau. Weitere Angliederungen waren 1898 der Erwerb der Borussia-Brauerei in Berlin-Niederschöneweide, 1910 der Erwerb der Pfeifferhof-Brauerei in Breslau und 1914 die Fusion mit der Berliner Unions-Brauerei in der Hasenheide. Obwohl der Erste Weltkrieg wirtschaftliche Probleme mit sich brachte, wurden weitere Zukäufe getätigt wie die Spandauer Bergbrauerei und die Brauerei Pfefferberg. Schultheiss fusionierte 1920 mit der Aktien-Brauerei-Gesellschaft Friedrichshöhe vormals Patzenhofer, zur Schultheiss-Patzenhofer Brauerei AG. Ab 1937 hieß die Firma wieder Schultheiss Brauerei AG. Nach 1946 gehörten nur noch sieben Braustätten in Berlin (Ost und West) und eine in Dessau zum Schultheiss-Konzern. Aufgrund des SMAD-Befehls Nr. 124 wurden die im sowjetischen Machtbereich liegenden Betriebe dem Zugriff der Schultheiss AG entzogen. Sie produzierten jedoch unter dem bekannten Markennamen weiter Bier. In Ost-Berlin gehörte eine in Schöneweide angesiedelte Brauerei als Betriebsteil zu Schultheiss, nach 1959 wurde sie als Bärenquell-Brauerei ausgegliedert. Am 1. Juli 1972 übernahm Schultheiss, in der alten Bundesrepublik im gleichen Jahr zur Gruppe DAB zusammengeschlossen, auch die Schlegel-Brauerei in Bochum.

1983 übernahm Schultheiss die Engelhardt Brauerei AG, die Bierproduktion wurde nach Kreuzberg verlegt. 1998 wurde die Brauerei endgültig geschlossen.

Nach 1990 kam die ehemalige Abteilung III der Kindl-Brauerei Berlin-Weißensee hinzu. Die im 19. Jahrhundert an der damaligen Lichtenberger Straße als Brauerei Gabriel & Richter eröffnete Produktionsstätte ist seitdem Hauptstandort der Brauerei. In der DDR-Zeit gehörte diese Brauerei zum VEB Getränkekombinat Berlin, zusammen mit der Aktien-Brauerei-Gesellschaft Friedrichshöhe und der Berliner Bürgerbräu.

Die Wiedervereinigung Berlins führte schließlich dazu, dass etliche der früheren Schultheiss-Betriebsteile wieder zusammengeschlossen wurden; die so entstandene Gesellschaft gab sich den Namen Berliner-Kindl-Schultheiss-Brauerei GmbH.

https://www.berliner-kindl.de/

https://www.schultheiss.de/

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